„Arbeitskreis Fracking“ in der Region Braunschweig-Wolfsburg
vom 19.02.2012 in Aus der Fraktion, Braunschweig, Pressemitteilung, Umwelt
Unkonventionelle Erdgasförderung: „Arbeitskreis Fracking“ gründet sich in der Region Braunschweig-Wolfsburg
In Deutschland sind immer mehr konventionelle Erdgasfelder erschöpft. Durch die steigenden Gaspreise wird die umstrittene „unkonventionelle Gasgewinnung“ immer profitabler. In den letzten Jahren hat die Förderung mittels „Hydraulic Fracturing“, kurz „Fracking“, in Deutschland zugenommen – besonders in Niedersachsen.
Auch in unserer Region könnte in Kürze mittels „Fracking“ Erdgas gewonnen werden – auf der Website des Petro-Unternehmens „BNK Petroleum“ teilt das Unternehmen mit, es habe bereits 2009 in Niedersachsen Konzessionen zur unkonventionellen Erdgasförderung erteilt bekommen (“300.000 acres”). Eine Karte auf der BNK-Website zeigt, dass die niedersächsischen Konzessionen in direkter Nähe zu Braunschweig und Wolfsburg erworben wurden. [1]
Um auf die Gefahren möglicher „Fracking“-Vorhaben in der Region aufmerksam zu machen, wird in Braunschweig ein „Arbeitskreis Fracking“ gegründet. Die Piratenpartei lädt zu einem ersten Treffen des Arbeitskreises am kommenden
Donnerstag, den 23.02., im Rathaus ein. Ab 19 Uhr wird im Raum A 1.63 über „Hydraulic Fracturing“ informiert. Anschließend soll das weitere Vorgehen für die Region besprochen werden.
Kurzinfo „Fracking“
Mittels „Fracking“ werden schwer erreichbare Gasvorkommen, die in Gestein wie Schiefer eingeschlossen sind, zugänglich gemacht. Hierfür werden Risse im Gestein erzeugt, durch die das eingeschlossene Gas entweichen kann. Erzeugt werden diese Risse mittels großer Mengen Wasser (pro Vorgang mehrere Millionen Liter), Sand und einem Gemisch aus teils krebserregenden und wassergefährdenden Chemikalien.
Besonders aufgrund der Gefahren für die Umwelt steht das „Fracking“- Verfahren in der Kritik. Im Umfeld einiger Förderstätten wurden große Benzol Mengen freigesetzt – zuletzt im Kreis Verden. Weiterhin besteht die Gefahr, dass die eingesetzten Chemikalien in grundwasserführende Schichten vordringen könnten. Da unkonventionelle Gasförderung unter das Bergrecht
fällt, findet keinerlei Prüfung über eventuelle Gefahren für die Umwelt statt.
Im Landkreis Rotenburg kam es im Umfeld von „Fracking“-Förderstätten wiederholt zu Erdstößen [3]. Der Zusammenhang mit unkonventioneller Erdgasförderung ist noch nicht belegt, gilt aber bei vielen Experten als wahrscheinlich. Zitat aus dem
NDR-Artikel:
»Das Bundesamt für Geowissenschaften und Rohstoffe erklärte lediglich, es bleibe “auffällig, dass Erdbeben in Norddeutschland fast ausschließlich im Umfeld der Erdgasförderung auftreten.”«
Anhang: Anfrage zu Fracking in der Region
getaggt mit: Fracking
geschrieben von: Oliver Schönemann
Es wurden bisher 5 Kommentare geschrieben - Kommentar schreiben
Ollo44 schrieb am 11. März 2012:
Aus Geldgier macht die Landesregierung NDS mit, ohne die Risiken angemessen zu berücksichtigen und die bohrenden Unternehmen dürfen sich selbst bei der Anwendung des Frackings “überwachen”.
Und immer wieder gibt es Nachrichtensperre gegenüber der Öffentlichkeit. Warum wohl?
Ollo 44
Harms schrieb am 15. April 2012:
Gut, dass sich die Piraten der Gefahren des Hydraulic Fracturing annimmt. In Eurem Artikel fehlt der Hinweis auf die Lagerflüssigkeiten, die u.a. Stoffe wie BTX Benzol Quecksilber enthalten und zusammen mit einem grossen Anteil der Frac-Flüssigkeit mit dem Erdgas an die Erdoberfläche gelangen. Die Unfälle (Leckagen), die beim Transport dieser giftigen Industrieabwässer in PE Rohren geschahen und geschehen werden, sind z.Zt. die größte Gefahr für unser Trinkwasser, die Böden und die Gesundheit der Menschen, die in der Nähe dieser Leitungen wohnen. Die Webseite http://www.gegen-gasbohren.de informiert kompetent!
Die Selbstkontrolle der Erdölförderer und deren Zusammenarbeit mit dem Landesbergamt ist ein weiteres Problem.
Harms
J.Bo schrieb am 9. Mai 2012:
Wie ist der aktuelle Stand der Dinge beim Arbeitskreis Fracking?
Kann man an den Sitzungen als Bürger teilnehmen?
Ist eine Bürgerinitiative, mit einer Unterschriftensammlung geplant oder gibt es bereits eine?
Was kann man als Bürger sonst noch machen?
Jan schrieb am 11. Mai 2012:
@J.Bo: Der Arbeitskreis Fracking ist aktiv und offen für alle, die mitmachen wollen. Termin und Ort der Treffen sind auf http://ak-fracking.de zu finden.
Als Bürger kann man vor allem erst einmal seine Mitmenschen informieren. Viele haben noch nie etwas von Fracking gehört …
Außerdem gibt es aktuell eine Petition gegen Fracking bei openpetition.de, die unterzeichnet werden kann.










Geffers-Schreiber schrieb am 1. März 2012:
Hallo zusammen,
wieder einmal zeigt sich, das Konzerne menschenverachtend vorgehen vor allem wenn es ums Geld geht, Gesundheit und Lebensumstände der Menschen sind gleichgültig. Wie immer schaut die große Politik und unsere Behörden nur zu. Das muss sich ändern.
Stop Fracking!!!