Sport Themen

Sportpolitik in Braunschweig

Fragen der BZ an die Rathausparteien, an dieser Stelle beantwortet durch den Stadtverband Braunschweig der Piratenpartei:

2003 wurde beschlossen, die Entgelte für die Nutzung von städtischen Sportanlagen und -hallen vorübergehend um 50 Prozent zu erhöhen. Können die Klubs mit der Rücknahme der Erhöhung rechnen?

Die Nutzungsentgelte liegen immer noch bei wenigen Euro pro Stunde und bilden die tatsächlichen Aufwendungen der Stadt wahrscheinlich nicht ab. Anstatt die Nutzungsentgelte zu senken sollte die Sportförderung soweit ausgebaut werden, dass die tatsächlichen Hallenkosten gezahlt werden können. Für die städtischen Hallen macht es keinen Unterschied, ob man mehr Geld im Kreis herumschiebt, die Vereine werden aber flexibler und könnten auch selbst Sportstätten unterhalten oder nicht-öffentliche Hallen mieten.

Wie stehen Sie zum Bau einer neuen Drei-Feld-Sporthalle in der Innenstand, die laut Schulen und Vereinen dringend benötigt wird?

Die Flexibilität der Vereine ist heute leider nicht ausreichend gewährleistet, die Option des Unterhaltes eigener Sportstätten besteht für viele kleine Vereine nur auf dem Papier und darum ist man auf allgemein Verfügbares angewiesen — Insbesondere in Bezug auf überregional ausgerichtete Wettkämpfe leider oft zu wenig. Die Ausrichtung von Wettkämpfen bieten oft gleichermaßen Einnahmequellen und Attraktivitätssteigerung der Stadt durch Förderung des Sports. Notwendige Grundbedingungen wie Verfügbarkeit und Sauberkeit der Sportstätten sowie funktionierende sanitäre Einrichtungen in ausreichender Menge müssen für alle interessierten Vereine gewährleistet sein.
Der Mangel an geeigneten Sportstätten in ausreichender Anzahl ist seit Jahren latent. Es ist Aufgabe der Stadt, die Schulen mit genügend Räumlichkeiten zu versorgen. Wenn wie hier ein Mangel festgestellt wird, muss er abgestellt werden. Intelligente Raumnutzungskonzepte von Mehrzweckhallen sollten im Vordergrund stehen, so wird z.B. auch die Möglichkeit von Hallenübernachtungen andernorts dankend angenommen. Volkswagenhalle und Fußballstadion bedienen diesen Bedarf nicht.

Wie stehen Sie zur Forderung einiger Fans der Eintracht, die den Neubau eines reinen Fußball-Stadions am Stadtrand fordern?

Die Bürger der Stadt haben gerade entschieden, das Stadion zu erweitern, auch um den Bedingungen des DFB zu genügen – also explizit für den Sportbetrieb der Eintracht. Jetzt ein anderes Stadion zu bauen wäre wohl verfrüht.
Da auch andere Sportarten ein Stadion brauchen, müsste die Stadt nach dem Bau eines reinen Fußballstadions außerdem weitere Stadien unterhalten – mit multifunktionaler moderner Architektur scheinen solcherlei Ideen wenig zu tun zu haben und sollten noch einmal überdacht werden.