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Was machen die Pira­ten eigent­lich gegen Über­wa­chungs­pro­gram­me wie PRISM und TEMPORA?

Wel­che Posi­ti­on haben die Pira­ten (Programmatik/Wahlprogramm)?

Die Pira­ten­par­tei Deutsch­land ist pro­gram­ma­tisch gut für eine poli­ti­sche Aus­ein­an­der­set­zung um die Akti­vi­tä­ten der Nach­rich­ten­dien­ste zur Aus­for­schung deut­scher Bür­ge­rin­nen und Bür­ger gerü­stet. So fin­den sich in unse­rem Wahl­pro­gramm zur kom­men­den Bun­des­tags­wahl kla­re Aus­sa­gen zu den Kern­fra­gen der Affä­re um die Ent­hül­lun­gen des Whist­leb­lo­wers Edward Snowden.
Die PIRATEN machen tra­di­tio­nell beim wich­ti­gen Kern­the­ma Pri­vat­sphä­re und Daten­schutz kei­ne Gefan­ge­nen und leh­nen daher Über­wa­chung der Pri­vat­sphä­re grund­sätz­lich ab.
  • Grund­rech­te, Über­wa­chung, Inne­re Sicher­heit und Netzpolitik
Die PIRATEN ver­ste­hen sich als inter­na­tio­na­le Bewe­gung und möch­ten daher welt­weit Min­dest­stan­dards für Pri­vat­sphä­re und Daten­schutz im Netz eta­blie­ren. Durch die jüng­sten Ent­hül­lun­gen füh­len wir uns dar­in beson­ders bestä­tigt, weil dadurch klar gewor­den ist, dass allei­ne natio­na­le Bestim­mun­gen nicht ausreichen.
  • Außen­po­li­tik
Eine freie Gesell­schaft kann nur exi­stie­ren, wenn kri­ti­sche Stim­men nicht unter­drückt wer­den. Unse­re Posi­tio­nen zum Schutz von Whist­leb­lo­wern und zum poli­ti­schen Asyl stel­len einen wich­ti­gen Bei­trag dazu dar.
  • Whist­leb­lo­wer­schutz und Asyl
Zur Umset­zung die­ser Zie­le sehen wir PIRATEN aktu­ell 3 wesent­li­che Handlungsfelder:
1. Digi­ta­le Selbst­ver­tei­di­gung durch Verschlüsselung
Die  ein­zi­ge sofort wirk­sa­me Maß­nah­me gegen die Aus­spä­hung unse­rer Inter­net­kom­mu­ni­ka­ti­on ist die Ende-zu-Ende-Ver­schlüs­se­lung der Datenübertragung.
Zahl­rei­che Pira­ten sind seit jeher Mit­strei­ter in der soge­nann­ten Cypher­punk-Bewe­gung und haben sich schon immer an der Orga­ni­sa­ti­on und Durch­füh­rung von soge­nann­ten Cryp­to­par­tys betei­ligt, um auch weni­ger ver­sier­ten Anwen­dern den Umgang mit Ver­schlüs­se­lungs­lö­sun­gen nahe­zu­brin­gen. Hier eini­ge Bei­spie­le ohne Anspruch auf Vollständigkeit:
  • 11.06. BAYREUTH
  • 12.06. BAMBERG
  • 13.07. ULM
  • 14.07 MÜNSTER
  • 17.07 NÜRNBERG, Geschäfts­stel­le Mit­tel­fran­ken, Zir­kel­schmieds­gas­se 5
  • 20.07. BERLIN, Wahlkampfzentrale
  • 21.07. AUGSBURG
  • 27.07. MÜNCHEN
Es soll­te also nicht ver­wun­dern, dass Pira­ten auch bereits lan­ge vor dem Abhör­skan­dal ent­spre­chen­de Anlei­tun­gen zum Ein­satz von Ver­schlüs­se­lungs­lö­sun­gen aus­ge­ar­bei­tet und ver­öf­fent­licht haben.
Hier eini­ge Bei­spie­le der Pira­ten­par­tei NRW (04/2013) ohne Anspruch auf Vollständigkeit:
Die  Pira­ten­frak­tio­nen in Ber­lin, Schles­wig-Hol­stein und Nord­rhein-West­fa­len haben sogar bereits Anträ­ge zum Ein­satz und zur För­de­rung von Ver­schlüs­se­lungs­an­wen­dun­gen und wei­ter­rei­chen­den IT-Sicher­heits­maß­nah­men z.B. gegen Wirt­schafts­spio­na­ge gestellt:
2. Aufklärung/Transparenz
Trans­pa­renz ist einer der wich­tig­sten Wer­te der PIRATEN. Daher ver­ur­tei­len wir ver­deck­te Über­wa­chungs­maß­nah­men wie PRISM und TEMPORA beson­ders scharf. Die wich­tig­ste Bring­schuld der Poli­tik ist für uns daher auch die Auf­klä­rung durch die Offen­le­gung aller Fakten.
Durch den Beschluss des Euro­päi­schen Par­la­ments vom 4. Juli 2013, einen Unter­su­chungs­aus­schuss auf euro­päi­scher Ebe­ne ein­zu­set­zen, sehen sich die PIRATEN bestä­tigt, denn dies war bereits Mit­te Juni eine zen­tra­le For­de­rung im gemein­sa­men 6‑Punk­te-Plan der euro­päi­schen Pira­ten­par­tei­en. Auch der Ber­li­ner Pira­ten­ab­ge­ord­ne­te Chri­sto­pher Lau­er und die Pira­ten­frak­ti­on im Land­tag von NRW hat­ten dies u.a. gefordert:
Den größ­ten Bei­trag zur Auf­klä­rung hat jedoch ohne Zwei­fel der Whist­leb­lower Edward Snow­den gelei­stet, dem dafür aus Sicht der PIRATEN nicht nur beson­de­rer Dank, son­dern auch Schutz und poli­ti­sches Asyl gebührt. Wer einer­seits Auf­klä­rung for­dert, aber ande­rer­seits das Asyl­ge­such Snow­dens ablehnt und auch sonst nichts zu sei­nem Schutz unter­nimmt, han­delt aus unse­rer Sicht zynisch.
3. Protest/Campaigning
Um unse­ren For­de­run­gen Nach­druck zu ver­lei­hen, haben wir auf natio­na­ler und inter­na­tio­na­ler Ebe­ne Peti­tio­nen und Kam­pa­gnen gestar­tet, um ande­re Men­schen mit­zu­rei­ßen, zu über­zeu­gen und ins­be­son­de­re zum Mit­ma­chen aufzufordern:
Kam­pa­gnen:
  • Euro­pa­wei­te Kam­pa­gne gegen Prism und Tem­po­ra: Der Sechs-Punk­te-Plan der inter­na­tio­na­len Pira­ten­be­we­gung für ein frei­es Netz wird bis zur Stun­de von 26 Pira­ten­par­tei­en welt­weit unter­stützt: http://antiprism.eu/de/
  • Stop Watching Us! Auf­for­de­rung der Pira­ten in NRW an die EU-Kom­mis­si­on zur Eröff­nung eines Ver­trags­ver­let­zungs­ver­fah­rens gegen den EU-Mit­glieds­staat Groß­bri­tan­ni­en wegen Ver­let­zung der Daten­schutz­be­stim­mun­gen des Ver­trags von Lis­sa­bon durch das Über­wa­chungs­pro­gramm TEMPORA: http://stopwatching.de/
Peti­tio­nen, initi­iert durch Piraten:
  • change.org-Petition von Anke Dom­scheit-Berg: »EU-Par­la­ment und EU-Kom­mis­si­on: Über­wa­chung abrü­sten, Daten­schutz stär­ken, Whist­leb­lower schüt­zen!« – 24203 Unter­zeich­ner (Stand 8.7.2013) http://www.change.org/prism, ver­füg­bar in 6 Sprachen
Demon­stra­tio­nen unter (Mit-)Organisation der PIRATEN:
  • 19.06.2013
  • BERLIN: Demo gegen PRISM und für Edward Snow­den um 14:00 Uhr an der Ein­mün­dung Alto­na­er Str./Großer Stern
  • Reden von der Kundgebung:
  • DÜSSELDORF: 16:30 Flashmob »Über­wa­chung ist über­all« am Hauptbahnhof
  • FRANKFURT: Anti-PRISM-Demo, Gie­ße­ner Str. 30 (Nähe U‑Bahn-Hal­te­stel­le Mar­ba­cher Weg) um 17:00 Uhr
  • 22.06.2013
  • DÜSSELDORF: 13:37–17:00 Anti-Prism-Demo vor dem ame­ri­ka­ni­schen Gene­ral­kon­su­lat (Haupt­bahn­hof)
  • BREMEN: 14:00–17:00 »Yes we scan? Nicht mit uns! – Bre­men gegen  Über­wa­chung«, Demo gegen PRISM, Vor­rats­da­ten­spei­che­rung und  Bestands­da­ten­aus­kunft in Bremen
  • 29.06.2013
  • BERN (Schweiz): Demo gegen #PRISM zwi­schen 14 und 15 Uhr vor der US-Botschaft
  • 04.07.2013
  • BERLIN:  Demo »Poli­ti­sches Asyl und Schutz für den Whist­leb­lower Edward Snowden«
Rund­funk- und Fernsehauftritte:
  • Info­ra­dio RBB, 19.06.2013, Inter­view mit Dani­el Dom­scheit-Berg zum The­ma Whistleblowing
  • N24/SAT1, 22.06.2013, Inter­view mit Anke Domscheit-Berg
  • Radio Eins »Der schö­ne Mor­gen: Über­wa­chung über­all«, 25.06.2013, mit Anke Dom­scheit-Berg. MP3:
    0840_snowden.mp3
  • BBC World­News, 25.06.2013, Inter­view mit Dani­el Domscheit-Berg
  • WDR5, 27.06.2013, Katha­ri­na Nocun »Funk­ge­sprä­che: Orwell rel­oa­ded ?«
    wdr5_funkhausgespraeche_20130627_2100.mp3
  • DRa­dio Breit­band, Die Medi­en und Mei­nun­gen, 06.07.2013, Katha­ri­na Nocun »Bestands­da­ten, Echt­zeit-Putsch, 3D-Pisto­len« http://breitband.dradio.de/mm130706/
Pres­se­mit­tei­lun­gen (son­sti­ge):
Gast­bei­trä­ge:
  • 04.07. Katha­ri­na Nocun in Der Frei­tag (Print): »Kla­ge gegen Bestandsdatenauskunft«
Inter­views:
  • 02.07.3013 TAZ, “Das ist unver­hält­nis­mä­ßig”, Patrick Brey­er zur Bestands­da­ten­aus­kunft http://www.taz.de/!119040/
Blog­ar­ti­kel:
  • Anke Dom­scheit-Berg (Listen- und Direkt­kan­di­da­tin Bran­den­burgs zur Bundestagswahl)

Die­ser Arti­kel wur­de zuerst unter http://www.piratenpartei.de/2013/07/08/was-machen-die-piraten-eigentlich-gegen-uberwachungsprogramme-wie-prism-und-tempora/ veröffentlicht