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›But­ter bei die Fische‹: PIRATEN für mehr Daten­schutz und weni­ger Symbolpolitik

Zum Angriff der Bun­des­re­gie­rung auf die SPD im Über­wa­chungs­skan­dal, wesent­li­che Grund­la­gen zum Daten­aus­tausch zwi­schen BND und NSA sei­en bereits unter dem ehe­ma­li­gen Außen­mi­ni­ster Frank Stein­mei­er gelegt wor­den, erklärt Katha­ri­na Nocun, Poli­ti­sche Geschäfts­füh­re­rin der Pira­ten­par­tei Deutschland:

»Dass sowohl die der­zei­ti­gen Regie­rungs­par­tei­en CDU/CSU und FDP als auch die frü­he­re Regie­rung von SPD und Bündnis90/Die Grü­nen sich nicht mit Ruhm bekleckert haben, was den Schutz der per­sön­li­chen Daten von Bür­gern vor dem Zugriff durch Geheim­dien­ste betrifft, soll­te inzwi­schen jedem klar sein. Auch der per­fi­de Wett­streit zwi­schen und CDU/CSU, wer denn nun der schlim­me­re Daten­schutz­feind und Grund­rechts­bre­cher sei, zeigt uns vor allem eines: Für einen star­ken Daten­schutz der Bür­ger hat sich kei­ne der Par­tei­en in den ver­gan­ge­nen Jah­ren ein­ge­setzt. Auch Bündnis90/Die Grü­nen und FDP haben als Koali­ti­ons­part­ner immer wie­der Geset­zes­vor­ha­ben, die einen grund­rechts­wid­ri­gen Aus­tausch und Han­del mit Daten erlau­ben, eben nicht blockiert. Das spricht Bän­de dar­über, wie viel Dop­pel­mo­ral hin­ter so man­cher Empö­rung steckt. Der selbst an der Über­wa­chungs­auf­rü­stung der letz­ten Jah­re betei­lig­te Ex-Grü­ne und Ex-SPD-Innen­mi­ni­ster Schi­ly rät der SPD sogar, das The­ma Über­wa­chung ganz aus dem Wahl­kampf her­aus­zu­hal­ten und es mit dem Daten­schutz nicht zu übertreiben. 

Was wir jetzt brau­chen, ist ein han­sea­ti­sches ›But­ter bei die Fische‹. Ins­be­son­de­re weil das Inter­net zahl­rei­che neue Chan­cen für unse­re Gesell­schaft eröff­net, brau­chen wir in der näch­sten Legis­la­tur­pe­ri­ode ein Par­la­ment, das ganz klar und rigi­de gegen die aus­ufern­de und unkon­trol­lier­te Über­wa­chung der Bür­ger durch Staat und Geheim­dien­ste vor­geht. Fer­ner ist eine Poli­tik not­wen­dig, die Unter­neh­men zu einem star­ken Daten­schutz ver­pflich­tet statt Sym­bol­po­li­tik zu betrei­ben. Wir brau­chen eine Grund­satz­de­bat­te zum The­ma Geheim­dien­ste. Dass das Par­la­men­ta­ri­sche Kon­troll­gre­mi­um in der jet­zi­gen Form ver­sagt hat, liegt auf der Hand – egal wie vie­le Sit­zun­gen noch ein­be­ru­fen wer­den, um am Ende die Bür­ger immer wie­der im Regen ste­hen zu las­sen. Lei­der man­gelt es auch im drit­ten Monat nach den Ent­hül­lun­gen durch Edward Snow­den immer noch allen Par­tei­en im Par­la­ment am hand­fe­sten Wil­len, poli­ti­sche Kon­se­quen­zen zu zie­hen und die Über­wa­chungs­or­gie der letz­ten Legis­la­tur­pe­ri­oden zu been­den. Und auch das ist ein kla­res Zei­chen! Wie nahe sich FDP und Uni­on beim The­ma Über­wa­chung sind, zeigt die von der ganz gro­ßen Über­wa­chungs­ko­ali­ti­on aus CDU/CSU, FDP zuletzt beschlos­se­ne Ände­rung des Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­ge­set­zes, bei der Geheim­dien­sten wie­der neue tech­ni­sche Spiel­zeu­ge für den Zugriff auf Bür­ger­da­ten zuge­schu­stert bekom­men haben. Das rot-grü­ne Vor­gän­ger­ge­setz wur­de bereits für ver­fas­sungs­wid­rig erklärt und auch gegen das neue Gesetz rei­chen Pira­ten wie­der Ver­fas­sungs­be­schwer­de ein. Die­sen kal­ku­lier­ten Ver­fas­sungs­bruch einer Innen­po­li­tik außer Rand und Band wer­den wir Pira­ten im Bun­des­tag stoppen.«