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Apo­the­ken­skan­dal: Pati­en­ten brau­chen Schutz vor dem Han­del mit Gesundheitsdaten

Nach Berich­ten des Nach­rich­ten­ma­ga­zins »Der Spie­gel« wur­den vom Apo­the­ken­re­chen­zen­trum VSA unzu­rei­chend anony­mi­sier­te Daten­sät­ze an Phar­ma­un­ter­neh­men zu Markt­for­schungs­zwecken ver­kauft. Schon 2012 wur­de solch ein Daten­skan­dal durch den Spie­gel und den Daten­schutz­be­auf­trag­ten des Lan­des Schles­wig-Hol­stein, Thi­lo Wei­chert, aufgedeckt. 

»Offen­sicht­lich wur­den kei­ne Kon­se­quen­zen aus dem Daten­skan­dal 2012 gezo­gen, und es wird nach wie vor wild mit sen­si­blen Gesund­heits­da­ten der Bür­ger spe­ku­liert. Wenn schon ein­fa­che Rezept­da­ten ohne jede Rück­sicht auf Daten­schutz wei­ter­ge­ge­ben wer­den, wie soll dann ein Ver­trau­en in die Daten­struk­tur der elek­tro­ni­schen Gesund­heits­kar­te ent­ste­hen, die eine zen­tra­le Spei­che­rung aller Pati­en­ten­da­ten bis hin zur elek­tro­ni­schen Pati­en­ten­ak­te vor­sieht? So geht das nicht wei­ter. Bür­ge­rin­nen und Bür­ger müs­sen wis­sen, wel­che Daten wo und wie gespei­chert und ver­ar­bei­tet wer­den und selbst dar­über bestim­men kön­nen«, sagt Sven Scho­macker, Gene­ral­se­kre­tär der Pira­ten­par­tei Deutschland.

Die PIRATEN for­dern eine gene­rel­le Prü­fung der Pra­xis der Wei­ter­ga­be von Ver­schrei­bungs­da­ten an Drit­te. Ohne beleg­ba­ren Nut­zen für die Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten ist die­se nach Ansicht der PIRATEN nicht vertretbar.

»Gesund­heits­da­ten dür­fen nie Ziel wirt­schaft­li­cher Inter­es­sen sein. Medi­zi­ni­sche Daten sind weit­aus sen­si­bler als alles ande­re«, ergänzt Rein­hard Schaf­fert, Arzt und The­men­be­auf­trag­ter der Pira­ten­par­tei Deutsch­land für Gesund­heits­po­li­tik. »Wenn Phar­ma­un­ter­neh­men die Daten kau­fen und ein­zel­nen Pati­en­ten zuord­nen kön­nen, wäre das auch für jedes ande­re Unter­neh­men denk­bar, um bei­spiels­wei­se die Medi­ka­men­te ihrer Arbeit­neh­mer zu über­prü­fen und dar­aus Rück­schlüs­se auf die Gesund­heit zu zie­hen. Wir befürch­ten, das ist nur die Spit­ze eines Eis­ber­ges.«

Mit den erwor­be­nen Daten wol­len phar­ma­zeu­ti­sche Unter­neh­men ihre Wer­be­maß­nah­men und Ver­triebs­we­ge opti­mie­ren. Auch wenn dies ver­ständ­li­che markt­wirt­schaft­li­che Zie­le sind, dür­fen Unter­neh­men nicht gegen das Grund­recht der Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten auf Wah­rung ihrer Pri­vat­sphä­re und damit gegen gel­ten­des Recht ver­sto­ßen, so die PIRATEN.

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